Aktuelles BI-Nohfelden

Gemeinsame  Stellungnahme
BI Nohfelden e. V. und BI Nonnweiler e. V.
zum Artikel Saarbrücker Zeitung  vom 25. September 2017:

„Landkreis St. Wendel will den Freizeitweg“
„IG Nationalparkbahn will zusätzlichen Schienenverkehr“

 

Wir halten die Entscheidung des saarländischen Wirtschaftsministeriums, anstelle der Eisenbahnlinie, einen Rad- und Wanderweg zu  bauen, für richtig und sind auch bei Berücksichtigung der Gründe der Interessensgemeinschaft Nationalparkbahn der Ansicht, dass beides nebeneinander weder finanzierbar ist; noch aus Sicherheitsgründen realisierbar erscheint.

Aus unserer Sicht überlagern die guten Gründe zum Bau eines Rad- und Wanderweges die der IG Nationalparkbahn, zum Erhalt der Eisenbahnstrecke, bei weitem.

Ein Aspekt, der aus unserer Sicht bisher von den Befürwortern einer solchen Bahn verschwiegen wird, sollte nicht einfach unter den Tisch gekehrt werden, nämlich der, dass die  Anrainer, die unmittelbar an der alten Eisenbahnlinie wohnen (teilweise knappe zehn Meter), eine Aktivierung der Strecke aus sicherlich für jedermann nachvollziehbaren Gründen nicht wollen, nämlich der der Belastung durch Lärm und Abgase, der dort einzusetzenden Dieselfahrzeuge.

Viele wissen nicht, dass die Strecke seinerseits, also zur vorletzten Jahrhundertwende, unter Androhung von Enteignung erst bautechnisch ermöglicht wurde und nicht unbedingt auf die Gegenliebe der damals Betroffenen traf. Von den damaligen Grundstücksbesitzern wurde der Verkauf ihres Eigentums an die Bahn regelrecht „erzwungen“.

Nach Aufnahme des Betriebes und der damaligen Technik der Dampflokomotiven waren die Anwohner ständig den Belastungen der Bahn ausgesetzt. Erleichterung trat erst ein, als ab den 60-iger Jahren des letzten Jahrhunderts der Personenverkehr eingestellt wurde und der Frachtverkehr weitestgehend und bis heute ganz reduziert wurde.

Als „NATO-Strecke“ wurde sie dann nochmals unbequem bekannt und Viele waren dann  froh, als dieser Verkehr ebenfalls auf null zurückgefahren wurde.

Störungen beispielsweise der sonntäglichen Ruhe durch Lärm/Signaltöne und Fahrgeräusche schreckten dann die Bewohner nochmals auf, als die Strecke zum Schluss durch die „Museumsbahn“ Hermeskeil reaktiviert wurde.

All diese Belästigungen der Anwohner der Bahnstrecke (im Übrigen auch neben der erheblichen Zunahme des Straßenverkehrs) blieben unberücksichtigt, bis sich nun die Chance bot, dass dies ein für alle Mal der Geschichte angehören würde.

Durch die Mitglieder der BI angeregt, schlug dessen Vorstand bereits im Jahre 2013 öffentlich vor (SZ vom  9. September.2013), die Strecke nicht mehr zu reaktivieren, sondern einen Rad- und Wanderweg einzurichten.

Unsere Forderung brachten wir dann auch in den Gemeindeentwicklungsplan (19. November 2013) ein und sind heute froh, dass ein Rückfall in frühere, durch Lärm geprägte Zeiten, nunmehr ausgeschlossen wird.

Insofern ist den Entscheidern auf Landesebene nur zu danken!

Da die vor¬han¬dene Bahn¬trasse, im Gegensatz zu manchen anderslautenden Aussagen, bis Nonnweiler zum größten Teil eingleisig verläuft und auch die Trasse dies aus unserer Sicht nicht hergibt, dass Rad- und Wanderweg mit Eisenbahn nebeneinander verlaufen können, müsste diese mit erheblichem Aufwand verbreitert werden, dass beide Strecken  nebeneinander passen. Dies wiederum würde auch genehmigungs-recht¬liche Hürden aufwerfen.

Zudem müssten im Falle paralleler Streckenführungen sicher¬heits¬relevante Aspekte bedacht werden, eventuell wäre sogar eine Trennung der beiden Strecken durch einen Zaun erforderlich, was finanziell sicherlich überhaupt nicht darstellbar wäre. Wie passen sonst Eisenbahnverkehr und radelnde Kinder nebeneinander?

Zudem würde ein Zaun, wie auf dem beigefügten Foto (Quelle: www.ig-nationalparkbahn.de) ersichtlich, für die Tierwelt eine Katastrophe bedeuten, da er über eine lange Strecke die Lebensräume zerschneidet. Auf dem Foto ist auch sehr gut zu erkennen, welche Fläche (Breite) eine parallele Wegführung tatsächlich erfordert!

Eine Nutzung der Flächen neben der Bahn verhindert dann auch noch teilweise die ausgewiesene Fläche als Natura 2000 Gebiet!

Abschließend sei auch noch als sachliches Gegenargument nicht nur die benötigten Haltestellen als Kostenfaktor zu benennen, sondern auch die finanziellen Aufwendungen für die Absicherung der vielen Querungen der Straßen auf dieser Strecke (Schranken- und Blinklichtanlagen).

Signaleinrichtungen, die völlig veraltet, defekt und zum Teil bereits abgebaut wurden, müssten, dem neuesten Sicherheitsstandart entsprechend, wieder aufgebaut werden und dies möglicherweise nur auf der Interessenslage Einzelner begründet.

Aus eigener Erfahrung (Antrag auf eine externe Zufahrt in einem Gewerbekomplex am Standort Sötern-Waldbach) wissen wir, dass eine entsprechende Absicherung einer Straßenquerung erhebliche Kosten verursacht, teilweise liegen diese bei mittleren 6-stelligen Beträgen. Wer soll das alles bezahlen? Woher sollen die „Bahnreisenden“ kommen, um  solche Investitionen zu rechtfertigen!

Letztendlich wurde die Strecke, von wem auch immer, bereits als „Nationalparkbahn“ bezeichnet; dies kann aus unserer Sicht ebenfalls nicht ganz zutreffen, da der Haltepunkt Otzenhausen beispielsweise sicherlich fast drei Kilometer von dem Haupttor/Keltenring zum Nationalpark entfernt liegt und somit ein ÖPNV zusätzlich eingerichtet werden müsste.

Deshalb schlägt die BI Nohfelden als Alternative zur Eisenbahnstrecke einen gut funktionierenden ÖPNV mit alternativ motorisierten Bussen vor; zukunftsgerichtet könnte man ein neues „Leuchtturmprojekt“ gestalten, in dem man auf „elektromobile“ Fahrzeuge umstellt.

Wir haben sicherlich Verständnis für die Bemühungen der Bahnliebhaber, diese können aber ihre Eisenbahnromantik auf anderen Strecken in Rheinland-Pfalz und im Saarland ausleben, die ja heute schon zum Teil durch staatliche Subventionen erhalten bleiben oder steckt hinter den Forderungen der Befürworter der Aktivierung dieser Eisenbahnstrecke nicht doch nur das wirtschaftliche Interesse Einzelner?“

Mit freundlichen Grüßen

gez.:                                                                                     gez.:
Josef Schumacher für die BI Nohfelden e. V.                  Gerd Barth für die BI Nonnweiler e.V.

(Beide BI sind anerkannte Vereinigungen gem. § 3 Umwelt-RG)

 

Nationalparlbahn_01

Bild: Internet/Seite IG Nationalparkbahn

Das Bild macht deutlich, welcher enorme Platzbedarf entstehen würde, wenn Eisenbahn und Rad-/Wanderweg nebeneinander verlaufen sollen; Auch die Absicherung beider Strecken durch einen Zaun, verursacht nicht nur erhebliche Kosten, sondern schränkt insbesondere auch den Wildwechsel an diesen Stellen ein!

 

 

Nationalparlbahn_02 Nationalparlbahn_03

Bilder: IJosef Schumacher

Bei beiden Bildern wird ersichtlich, dass der benötigte Raum für beide Strecken nicht vorhanden ist!

 

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